
Die Sage
Einst wohnen die zwei Brüder Wolfer und Lutger auf dem Oberschloss. Sie
kamen in Streit und teilten den Besitz. Der ältere Bruder Wolfer behielt
das Oberschloss, der jüngere Bruder Lutger zog in die Ferne. Zuvor aber
deutete er dahin, wo heute die Niederburg steht, und rief: "Ich komme
zurück und werde dorthin eine Burg bauen. "Da rief Wolfer höhnisch:
"Wenn dir das gelingt, werde ich mich am Arsch lecken!".
Nach Jahren kehrte Lutger zurück und baute wirklich gegeüber die
Burg. Nun musste Wolfer sein gegebenes Ritterwort erfüllen und das Unmögliche
tun, wobei er ums Leben kam. Lutger ließ zum Andenken an diese Begebenheit,
den Wolfer in der gezwungenen Stellung in Stein gehauen abbilden. Diese Figur
wird heute noch als "Wahrzeichen" bezeichnet.
(gek.Fassung der Sage von Ludwig Bechstein)
| Die Geschichte des Oberschlosses | |
| 1143 | urkundliche Ersterwähnung der Herren von Kranichfeld |
| 1383 | unter den Burggrafen von Kirchberg |
| 1453 | unter den Reußen von Plauen, jüngere Linie; während dieser Herrschaft erfolgte der Ausbau zum Renaissanceschloss |
| 1620 | Im Besitz des Grafen Karl-Günter von Schwarzburg - Rudolstadt, später Sitz der Witwe Anna Sophia, Fürstin zu Anhalt |
| 1651 | unter ihrer Herrschaft erhielt der Ort Stadtrecht erließ erste Schulordnung und weitere Gesetze für die Bevölkerung z.B.: Hochzeits und Gottesdienstordnungen die Kranichfelder Schule trägt ihren Namen |
| 1663 | unter den Herzögen von Sachsen/Gotha |
| 1826 | Oberherrschaft kam zu Sachsen-Meiningen unter Herzog Bernhard |
| 1898 | Graf Bopp von Oberstadt erster privater Besitzer, weitgehende Restaurierung |
| 1902 | Kammerherr von Brandis kauft das Oberschloss, weitere bauliche Veränderungen |
| 1920 | Der Industrielle Ramminger aus Gera kauft das Oberschloss. |
| 1934 | am 6. April brennt das Oberschloss zur Ruine ab |
| 1940 | Übernahme der Ruine durch die SS-Organisation. Das Oberschloss wird durch Häftlinge aus dem KZ Buchenwald zur Hälfte wieder aufgebaut. |
| 1945 | Ende der Bautätigkeit und langsamer Verfall |
| 1981 | Gründung der Interessengemeinschaft
Oberschloss, Aufräumungs- und Instandsetzungsarbeiten am überdachten Teil, Rettung vor dem Verfall Bau einer Trafostation |
| 1992 | Planungsarbeiten für die Sicherung und Sanierung der
Ruine Beginn der Sicherungsarbeiten durch die Denkmalpflege Thüringen |
| 1994 | Feierliche Eröffnung des begehbahren Bereiches
für die Besucher und einer ständigen Ausstellung Übernahme des Schlosses in die Liegenschaften der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten |
| ab 1994 | kontinuierliche Ausführung von Sicherung und Sanierung im Ruineteil durch die Stiftung |
| 1997 | Sanierung eines Gebäudes in der Vorburg |
| 1999 | Sanierung Ruinenteil und der neu gestaltete Vorburghof werden für Besucher freigegeben |
| 2002 | Beginn der Sanierung des
Bergfriedes 19.05.2002 der "Dicke Turm" ist wieder begehbar (1.Bauabschnitt) |
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